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Alltagssituation

"Die soziale Situation der meisten lesbischen und schwulen Jugendlichen ist schwierig und problembehaftet. Und sie war es nie anders." (Hofsäss 1999, S.19)

  • Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen sexuellen Neigungen wachsen in ausschließlich auf Heterosexualität festgelegten Sozialisations- und Erziehungsräumen auf, mit überwiegend homophober sozialer Umwelt
  • Gefahr der aktiven und passiven Ausstoßung aus sozialen Bezugssystemen (Familie, Freundeskreis, Schule)
  • Jeder Jugendliche auf der Suche nach seiner sexuellen Identität ist potenziell von den gefährdenden Einflüssen der Homophobie und ihren Folgen (aktive und passive Ausstoßungsprozesse) betroffen
  • Psychosoziale Belastungen:
    • Schwierigkeiten bei der Integration in soziale Netzwerke
    • soziale Ausgrenzungsprozesse führen zu destruktiven Reaktionen: Suizidalverhalten, Drogenmißbrauch, Brüchigkeiten bei der Bildungslaufbahn und beruflichen Integration, Beziehungsstörungen, psychosomatische Störungen/Krankheiten
    • Mangel an schwulen und lesbischen Vorbildern im Alltag → läßt eine andere Lebensweise nicht vorstellbar erscheinen
    • Informationsdefizite in Schule, Elternhaus, Gleichaltrigengruppe → Verstärkung der Ausschließungstendenz

Fazit: "…sehr viel häufiger als bei Jugendlichen mit heterosexueller Orientierung ist die gleichgeschlechtliche Orientierung ein zentraler Ausgangspunkt für psychosoziale Belastungen, die überproportional häufig nur in biografieerschwerenden Bewältigungsmustern verarbeitet werden." (Hofsäss 1999, S. 16)

Quelle: Thomas Hofsäss. Jugendhilfe und gleichgeschlechtliche Orientierung. Verlag für Wissenschaft und Bildung. Berlin 1999

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