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RESPEKT: EVA 2008 zeigt Regenbogenflagge

Vom 20.05.2008, zuletzt geändert am

Das Dresdner Pfingstwochenende stand ganz im Zeichen des evangelischen Jugendfestivals „EVA 2008“. Junge Menschen dachten darüber nach, wie in unserer Gesellschaft Verantwortung übernommen werden kann. Auf der Projektmeile zeigten 20 Jugendprojekte ihr verantwortungsbewusstes gesellschaftliches Engagement. Auch die Arbeit des Projektes „Respekt beginnt im Kopf!“ des Gerede e.V. Dresden wurde zum EVA-Projekt gekürt.



Noch Anfang des Jahres erhitzten sich die Gemüter, weil beim Bremer Pendant „Christival“ ein Seminar zur „Heilung“ homosexueller Gefühlsverirrungen stattfinden sollte. Eine Woche nach dem Christival öffnete EVA seine Tore und diesmal mit der Regenbogenflagge. Widersprüchliche Signale, die deutlich machen, dass eine einheitliche Positionierung zum Thema lsbt-Lebensweisen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland nach wie vor aussteht.



Dieses spiegelten auch die Interessierten am Stand von Respekt wider. Von offenem Zuspruch homosexueller Christinnen und Christen, über Diskussion um vermeintliche Wahrheiten, bis zu demonstrativer Ignoranz hatten sich die ehrenamtlich Tätigen manchem Gedanken zu stellen. Zwei Dinge wurden dabei deutlich: Eine konsensfähige Auseinandersetzung zu lsbt-Lebensweisen und Christentum wird so lange unmöglich bleiben, wie es nicht gelingt die individuell-emotionale Ebene zu verlassen, um einander aufmerksam an- und zuzuhören. Zweitens zeigte sich, dass ein „miteinander leben“ (Pfingstpredigt Bischof Bohl) in demokratischer Vielfalt und gegenseitiger Akzeptanz in dem Maße die Basis verliert, wie fundamental ausgerichtete Religionszugehörigkeiten erstarken. Gespräche am Stand offenbarten die Brisanz eines evangelikalen (Un)Verständnisses der christlichen Botschaft. Jedes Gedankengut kann zerstörerisch werden, wenn es sich zur Ideologie geworden gegen den Menschen richtet. Ein Thema, dass innerhalb der sächsischen Landeskirche nach wie vor eine nennenswerte öffentliche Debatte und kritische Positionierung vermissen lässt. Die christliche Kirche hat in der Vergangenheit hinsichtlich ihrer ideologischen Potenz mehr als einmal Lehrgeld zahlen müssen. Es ist Zeit Unsicherheit und Halbwissen abzulegen, einander annehmend zu begegnen und sich füreinander zu öffnen. Ein wichtiger Schritt mit Signalwirkung ist getan. (R)

Links zum Thema:

www.eva2008.de

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